Atemtherapie

Die Atmung ist etwas Besonderes. Sie wird vom autonomen vegetativen Nervensystem gesteuert und reagiert auf bewusste wie auf unbewusste Vorgänge im Menschen. Durch äussere und innere Prozesse, Wahrnehmungen, Erfahrungen und Aktivitäten wird die Atmung sensibel beeinflusst und kann zudem willentlich gelenkt werden. Wir wissen alle, ohne Expertinnen oder Experten zu sein, dass körperliche und seelische Vorgänge miteinander verknüpft sind. Umgangssprachlich: eine freudige Nachricht beflügelt mich, jetzt kann ich wieder aufatmen. Oder vor Schreck stockt mir der Atem.

Ilse Middendorf (1910) erforschte den unbewussten Atem und entwickelte eine sehr differenzierte Atemlehre. Sie umfasst zwei Therapieformen, einerseits die Atemtherapie und Atempädagogik in Gruppen, anderseits die therapeutische Einzelsitzung.

Mein Therapie-Angebot

Ich arbeite im Moment vor allem innerhalb Einzelsitzungen. Gemeinsam mit Ihnen bietet dies die Möglichkeit, ausführlicher auf Ihre momentane Situation und Ihr Anliegen oder Erwartungen einzugehen.

Eine Einzelstunde dauert sechzig Minuten und findet vorwiegend im Liegen in bequemer Kleidung statt. Spezifische angewandte Behandlungsgriffe in Verbindung mit Atem- und Körperwahrnehmung, beeinflussen Muskel-, Gewebetonus und Nervensystem positiv. Entlastend kann z.B. das Gefühl von mehr Weite und Raum oder Halt sein. Selbstregulierende Prozesse und Ressourcen werden gefördert und unterstützt.

Ergänzend sind Stimm- und ein Repertoire von verschieden wirksamen Bewegungsübungen. Haltung, Gewohnheiten und seelisch-körperliche Zusammenhänge werden miteinbezogen.

Atemtherapie ist sinnvoll und wirksam:

Atem und Geschichtliches

Aus China, Japan und Indien finden sich die ältesten Quellen von Unterrichtungen für Atem- und Körperübungen. Aus der Zeit des 6. Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung stammt ein schriftliches Dokument über die Führung des Qi. Es ist eingraviert auf zwölf Jadeplättchen. (Bedeutungsumfang von Qi ist Dampf, Wolke, Atem, Nahrung, Austausch zwischen Aussen- und Körperinnenraum...)

Als Mittler zwischen den Welten, findet man den Atem mit seinen transzendenten Elementen in fast allen religiösen Ritualen.

Die Einflüsse aus dem 19. Jahrhundert auf die Atem- und Leibpädagogik sind nebst Leibeserziehung (Pestalozzi, Rousseau, Jahn) zum Beispiel Rhythmik und Musik (Geneviève Stebbins), Tanz (Isadora Duncan, Mary Wigman , Rudolf von Laban), Atem (Schreber, Neumann) oder Yoga (Vivekananda).

Clara Schlaffhorst und Hedwig Andersen entwickelten damals eine Atem- und Stimmtherapie. Der niederländische Sänger und Psychologe Cornelis Veening (1885–1974) war ein Schüler von ihnen. Er arbeitete eine eigene Atemlehre aus. Beeinflusst war er von der Philosophie, der Tiefenpsychologie (C. G. Jung) und von östlichen Körperlehren.

Ilse Middendorf, von der Gymmnastik herkommend, wurde von Veening inspiriert. Sie erforschte den unbewussten Atem und gründete 1965 das Ilse Middendorf Institut für den „Erfahrbaren Atem“ in Berlin.

Weitere wertvolle Atemlehren sind entwickelt von Alice Schaarschuch, Elisabeth von Gunten, Herta Richter, Klara Wolf, Gerda Alexander, Dr. Volkmar Glaser, Stanislav Grof und vielen vielen anderen.

 

Marlene Anner

Dipl. Atemtherapeutin
Fussreflexzonentherapeutin
SBAM, NVS-A, EMR, ASCA

Am Schanzengraben 15
8002 Zürich
Telefon +41 44 251 31 12
praxis@durchatmen.ch