Unsere Atmung reagiert sensibel auf mentale, seelische und körperliche Vorgänge. Bewusster auf die Atmung zu achten hilft entscheidend. Bei länger andauernder körperlicher oder seelischer Belastung, Hektik, Fehlhaltung, Schmerzen oder Krankheiten können sich einschränkende Atem- und Haltungsmuster entwickeln und festigen.
Eine Atemtherapie knüpft an wichtige persönliche Ressourcen an und hilft, körperliche und psychische Spannungen zu lösen.
Ein ausführliches Gespräch schafft einen ersten Kontakt und bietet die Möglichkeit Informationen und Anliegen auszutauschen.
In der Regel dauert eine Behandlung eine Stunde. Sie findet meist im Liegen in bequemer Kleidung statt.
In einer Einzelbehandlung wende ich verschiedene Behandlungsgriffe, Druckpunkte, Dehnungen und aktiv/passiv geführte Bewegungen an. Ein Gefühl von mehr Weite und Raum, Kraft und Halt, Ruhe und Gelassenheit kann entstehen. Mit der Vertiefung von Atem- und Körperwahrnehmung werden Muskel-, Gewebe-Tonus und Nervensystem positiv beeinflusst. Unter anderem ist dies für das psychosomatische Gleichgewicht von grossem Nutzen.
Ergänzend oder je nach Bedürfnis zeige ich Ihnen verschiedene, wohltuende Übungen, welche Sie auch leicht im Alltag anwenden können.
Aus China, Japan und Indien finden sich die ältesten Quellen von Unterrichtungen für Atem -und Körperübungen. Aus der Zeit des 6. Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung stammt ein schriftliches Dokument über die Führung des Qi. Es ist eingraviert auf zwölf Jadeplättchen. (Bedeutungsumfang von Qi ist Dampf, Wolke, Atem, Nahrung, Austausch zwischen Aussen- und Körperinnenraum...)
Als Mittler zwischen den Welten findet man den Atem mit seinen transzendenten Elementen in fast allen religiösen Ritualen.
Die Einflüsse aus dem 19. Jahrhundert auf die Atem- und Leibpädagogik sind nebst Leibeserziehung (Pestalozzi, Rousseau, Jahn) zum Beispiel Rhythmik und Musik (Geneviève Stebbins), Tanz (Isadora Duncan, Mary Wigman , Rudolf von Laban), Atem (Schreber, Neumann) oder Yoga (Vivekananda).
Clara Schlaffhorst und Hedwig Andersen entwickelten damals eine Atem -und Stimmtherapie. Der niederländische Sänger und Psychologe Cornelis Veening (1885-1974) war einer ihrer Schüler. Er entwickelte eine eigene Atemlehre. Beeinflusst war er von der Philosophie, der Tiefenpsychologie (C.G.Jung) und von östlichen Körperlehren.
Ilse Middendorf (1910-2009), von der Gymnastik herkommend, wurde von Cornelis Veening inspiriert. Sie erforschte den unbewussten Atem und entwickelte eine sehr differenzierte Atemlehre. Diese umfasst zwei Therapieformen: die Atemtherapie und Atempädagogik in Gruppen und die Einzelsitzung.
„Wir lassen unseren Atem kommen, wir lassen ihn gehen und warten bis er von selbst wiederkommt. Das ist eine schlichte Aussage, die aber schon Wesentliches in sich trägt.“
Vielleicht probieren Sie dies JETZT gerade aus. Nehmen Sie Ihre Atembewegung wahr? Lassen Sie sich zwei Minuten Zeit dafür. Atmen Sie dabei durch die Nase.
Auch während Sie weiter lesen können Sie sich Ihrer Atmung bewusst bleiben.
1965 gründete Prof. Ilse Middendorf das Institut für den „Erfahrbaren Atem“ in Berlin.
Weitere wertvolle Atemlehren sind entwickelt von Alice Schaarschuch, Elisabeth von Gunten, Herta Richter, Klara Wolf, Gerda Alexander, Dr. Volkmar Glaser, Stanislav Grof und vielen vielen anderen.
Dipl. Atemtherapeutin
Fussreflexzonentherapeutin
SBAM, NVS-A, EMR, ASCA
Am Schanzengraben 15
8002 Zürich
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